harmonisches Hundetrio

Authentische Hunde- Erziehung

…und hier ist die gute Nachricht!

Sie müssen kein Leithund werden, um Ihren Hund zu erziehen. Nein. Sie müssen überhaupt kein Hund werden. Sie müssen auch nicht hündisch sprechen. Sie müssen Ihren Hund ebenfalls nicht unterwerfen, beißen oder zusammen brüllen. Sie müssen nichts weiter tun als authentisch zu sein.

Kennzeichnend für das Wesen der Hunde ist das Sie sich evolutionär an den Menschen angepasst haben. Nicht umgekehrt! Es liegt in den Genen domestizierter Hunde den Menschen als andere Art einschätzen zu können. Wir Menschen können durch Erfahrung und Wissenschaft lernen, das Verhalten unserer Hunde zu verstehen, es ist uns nicht in die Wiege gelegt.

Wie äußert sich beispielsweise das Verständnis des Hundes vom menschlichen Verhalten ?

Der Blick einer Hundes sagt soviel...
Der Blick einer Hundes sagt soviel…

Ein Hund kann dem Menschen in Erwartung von Futter vertrauensvoll in die Augen blicken. Ein Hund würde niemals einem anderen Hund in Erwartung von Futter vertrauensvoll in die Augen blicken. Das wäre eine Kampfansage! Sehr viele Menschen halten das Wedeln der Rute für ein ausnahmslos freundliches Signal, was jedoch falsch ist. Der Mensch versteht Hundeverhalten also nur durch die Auseinandersetzung mit dem Thema, der Hund ist geboren um menschliches Verhalten zu verstehen.

Gibt es auch Ähnlichkeiten in der innerartlichen Kommunikation bei Mensch und Hund?

Sicherlich. Auch wir lassen gewissermaßem „die Ohren hängen“, wenn es uns nicht gut geht. Die Gesichtszüge erschlaffen und zeigen nach unten.

Rüden unter sich
Rüden unter sich

Schauen wir uns das Imponiergehabe von Männern an: breitbeiniger, steifer Gang, geblähte Brust, vorgerecktes hohes Kinn, „stechender“ Blick. Das sieht unser Hund und kennt es, weil Hunde es auch so machen..

Ein ängstlicher Mensch macht sich rund und klein mit geweiteten Pupillen und Augen in denen das Weiße zu sehen ist, auch das müssen wir unserem Hund nicht erklären. Laufen wir dann auch noch weg, wecken wir bei unserem Hund den Jagdinstinkt, denn auch Beutetiere verhalten sich so.

Muss ich als Hundeführer immer den „dominanten Macker“ raushängen lassen?

Sie können beruhigt so bleiben, wie sie sind, ihr Hund versteht sie auch so. Bleiben sie authentisch, wenn sie ihren Hund erziehen. Ihr Hund kann echtes Verhalten von gespieltem Verhalten unterscheiden. Sie möchten beispielsweise ihren Hund maßregeln, weil er etwas tut, was er nicht sollte, finden es aber im Grunde lustig. Lassen sie es, denn ihr Hund merkt, das sie innerlich lachen. Wenn sie wirklich ärgerlich wären, wäre zum Beispiel die Körperhaltung, die Pupillenweite etc. anders. Ihr Hund nimmt sie“ ganzheitlich“ wahr, darum ist es wichtig, das sie sich ihres ganzen Seins bewusst werden. Bleiben sie authentisch:

  • Wer bin ich?
  • Wie bin ich?
  • Was will ich genau?

Interessanterweise versteht man unter einem „selbstbewusstem“  in der Regel auch einen sehr bestimmten Menschen. Ich kenne viele Hundebesitzer, die ständig erklären, was ihr Hund gerade will oder fühlt, anstelle dessen, was sie selbst wollen. Diese Hunde sind in der Regel sogenannte „Problemhunde“. Tatsächlich haben sie ein Problem: einen Partner mit wenig Selbstbewusstsein. Selbst ein Mensch, der übermäßig Dominanz demonstriert hat wenig Selbstbewusstsein, das weiß sein Hund genau und agiert genauso angespannt.

Warum kann ein Hund die Hand, die ihn füttert beißen? Er wird doch geliebt und umsorgt?

Ein Hund ist dann verwirrt, wenn unsere Körperhaltung, Mimik und Tonlage nicht mit dem übereinstimmt, was wir von ihm wollen.  Ein Hund tut Dinge, die seine angeborenen Triebe befriedigen. Den Hund zu füttern befriedigt einen Trieb. Aber nur einen! Das Spielen mit Spielzeug befriedigt den Spiel- und auch den Jagdtrieb. Aber was ist mit dem wichtigsten Trieb, wenn  es um die Zusammengehörigkeit und das Sozialverhalten geht? Der Hund ist ein Rudeltier und möchte sich in eine Gemeinschaft einordnen.

Selbstverständlich kann man mit der vollen Futtertüte oder Spielzeug viele außerartliche Missverständnisse aus dem Weg räumen. Aber dann sollten man sich auch klarmachen, das der Hund eine enge Bindung mit der raschelnden Futtertüte oder dem Ball eingegangen ist. Er folgt nicht dem Mensch sondern dem Angebot und wird ihn wegen besseren Angeboten, zum Beispiel einem faulendem Fisch schlicht stehen lassen. Will man das Angebot wieder zurück nehmen, sprich Futter oder Ball wegnehmen, so wird diese wichtige Ressource mit den Zähnen verteidigt, weil der Mensch nicht als den Besitzer der Ressource gesehen wird, sondern als Ressource selbst: Futterspender: ja, ernstzunehmender  Mensch: nein.

Schräghaltung des Kopfes: Verwunderung, Frage
Schräghaltung des Kopfes: Verwunderung, Frage –  wie beim Mensch

Futter ist eines der Instrumente in der Hunde- Erziehung, aber ohne einen unmissverständliche Mensch – Hund Kommunikation letztlich eine fatale Krücke,wenn es das einzige Instrument bleibt. Das gleiche gilt für den Lieblingsball oder andere Sucht auslösende Reize. Das soziale Gefüge bleibt undefiniert, es fehlt an Autorität und echter Gemeinschaft. Deshalb muss jedes Erziehungs- Hilfsmittel in einer authentischen Hunde- Erziehung irgendwann verzichtbar werden.

Wie geht authentische Hunde- Erziehung?

Sie müssen sich nicht verbiegen und ein Drill – Kommandeur werden, sondern sie können lernen auf ihre Weise authentisch und bestimmt zu sein. Im Hundetraining stellt man immer wieder fest:

Dinge, die der Mensch wirklich und ernsthaft will, die klappen super.

Klären Sie für sich, welche Motivation sie haben. Fragen sie nicht, was der Hund will, was der Hund braucht, wie der Hund sich fühlt. Fragen sie sich, was sie brauchen, um ein entspannter, stressfreier, glücklicher Hundebesitzer zu sein. Und dann handeln sie danach!  Bleiben sie nicht alle zwei Minuten automatisch stehen, weil ihr Hund schnüffeln will. Bleiben sie stehen, wenn sie sie es wollen… Denken sie nicht darüber nach, wie ihr Hund den anderen Hund findet , gehen sie ihrer Wege. Sie werden staunen, wie zufrieden ihr Hund auf dieses Mehr an Selbstbewusstsein und Bestimmtheit reagiert. Der Hund kommt nicht nur wegen der Belohnung zu ihnen, sondern weil er zu ihnen gehört. Authentische Hunde- Erziehung beginnt mit der inneren Einstellung.

Da ist dann noch die Sache mit der Verantwortung.

Hund kommt freudig
Gibt es Schöneres, als einen Hund, der freudig kommt?

Ihr Hund kommt nur, wenn er gerade Lust hat? Eigentlich mögen Sie ja auch seinen Eigensinn? Stellen Sie sich vor, er hat gerade Lust auf eine stark befahrene Straße zu laufen. Aha! Schon ist sein Eigensinn nicht mehr so sympathisch. Ihr Ton wird sehr bestimmt, die Körperhaltung und Mimik zeigt ebenso deutlich: ich entscheide, was du tust. Authentisch und Autoritär. Da wird nicht diskutiert, in der Gefahr verlangen sie Gehorsam in unmissverständlicher Weise, das ist authentische Hunde- Erziehung. Machen sie sich das immer wieder klar:  Ihr Hund kann nicht voraussehen und auch nicht entscheiden, was für ihn gefährlich ist, beispielsweise Giftköder zu fressen. Nur Sie haben das zu entscheiden. Schon deswegen ist „antiautoritäre“ Hunde- Erziehung völliger Bockmist.

Das Schöne ist, das genau ist es, was ein Hund will. Er lebt in einem Familienverband mit Ihnen, dessen Familienoberhaupt sie sind. Sie passen auf, sagen wo es langgeht und er fühlt sich sicher und gut aufgehoben. Er ist ein glücklicher Hund, und sie haben durch ihren Hund gelernt auf ihre eigene Weise noch ein bisschen selbstbewusster zu sein.

Kuschelhund

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